Mit Yoga auf innere und äußere Reisen gehen

Yogalehrerin, Heilpraktikerin und Autorin Birgit Feliz Carrasco schreibt in ihrer monatlichen Kolumne „YOGA-LIFESTYLE“ regelmäßig auf unserem Blog über Yoga und Bewusstheit unter dem Blickwinkel Yoga als innere und äußere Reise und gibt Tipps, wie man Yoga-Werte im Alltag leben kann. Hier ihr erster Blogbeitrag:


Die Reisesaison beginnt, Ferienzeiten, Feiertage und die derzeit eher kalten Temperaturen machen Lust auf Sonne und kreieren sehnsüchtiges Fernweh. Jetzt am Strand im warmen Sand liegen, und im Meer baden wenn’s zu warm wird und Körper und Geist eine Erfrischung brauchen. Dazu morgens und abends im Rahmen einer liebevollen Gruppe Hatha-Yoga machen und die wunderschöne Energie, die durch die Praxis von Yoga und Meditation entsteht über die Länge einer, zwei oder mehr Wochen genießen. Ich schließe gerade meine Augen und spüre den Meereswind am und die Yogaflows im Körper. Spürst du auch die sanfte Brise und belebende Energie, wenn du die Augen für einen Moment schließt? Dabei frage ich: Fällt es mir, fällt es uns allen leichter Yoga in idyllischer Umgebung zu praktizieren? Und wenn ja, warum ist das so? Und wie können wir das innere Yogaerlebnis besser und bestimmter im Alltag des »normalen« Lebens etablieren?

Meditation © Felix Matthies

 

Wirkt Yoga im Urlaub nachhaltiger?

Yogareisen werden immer beliebter, was einerseits daran liegen mag, dass wir sogar im Urlaub nicht auf die heilsame Kraft des Yoga verzichten oder im Urlaub erstmalig kennenlernen möchten. Andererseits tragen eine schöne Umgebung und die Leichtigkeit des Urlaubsgefühls dazu bei, dass die Praxis des Yoga zu einem intensiveren, inneren Erlebnis wird. Natürlich hat so ein Yoga-Urlaub nachhaltigere Wirkung … eben eine andere Wirkung, als die ein- oder zweimalige Yoga-Praxis unter der Woche im Yogastudio unserer Wahl. Das Erleben der Natur ist ein Booster für das »Erlebnis Yoga«, gleich ob es nun am Meer mit Sandstrand, mit Palmen und Tempeln in der Umgebung ist oder ob die Yogareise in die Berge auf grüne Wiesen mit Gänseblumen und in die Abgeschiedenheit eines Klosters oder umfunktioniertem Gehöft führt.

 

Yoga in natürlicher Umgebung

Das innere Erlebnis des Yoga für Körper und Geist wird wirkungsvoller in enger Verbindung mit natürlicher statt künstlicher Umgebung, der wir alle mehr oder weniger im urbanen Alltag ausgesetzt sind. Ein Vers aus den Schriftsammlungen der alt-indischen Upanishaden (entstanden ab zirka 900 vor Christus) lautet:

„Auf einem ebenen, sauberen, von Kiesel, Feuer und Sand freien Platze, der durch liebliche Laute und Teiche den Geist einlädt, das Auge aber nicht ablenkt, an einer Höhlen reichen, dem Winde nicht ausgesetzten Stelle – gebe dich dem Yoga hin.“

 

Yoga als Lebensstil

Ich frage mich, ob die Hingabe an die Natürlichkeit des Yoga, an die Natürlichkeit des Lebens zu oft vergessen wird, wenn wir in unserem Yogastudio oder Zuhause auf der Yogamatte unsere Yogasessions machen? Das Yoga weit mehr als Sport und vielmehr ein Lebensstil ist, wird mit weltweit wachsender Yogagemeinschaft jedem Teilnehmenden bewusster und dennoch schaffen wir es alle noch nicht in Gänze die philosophischen Aspekte der Yogalehre in unseren heutigen Lebensalltag zu integrieren. Mir liegt es in meiner Arbeit, meinem Wirken und für mich selbst am Herzen alle Facetten des Yoga pragmatisch in den modernen Alltag zu integrieren und lebensnah für jeden möglich zu machen. Während sechzig oder neunzig Minuten auf der Yogamatte »heilig zu sein« und im Anschluss draußen in der Hektik des Lebens wieder allen Sanftmut zu vergessen, respektlos zu handeln und in allgemeine Unzufriedenheit zurückzufallen, ist nicht die Zielsetzung des Yoga.

Mala © Felix Matthies

 

Yoga ist eine Reise zu sich selbst

Was also ist zu tun? Die Antwort: Öfter auf »innere Reise« gehen, so wie ich es  für diese Kolumne bei Yoga Travel & Friends  tue. Yoga als Lifestyle ist eine Reise. Ein Reise zu sich selbst, ein tägliche Reise durch die Zeit des Alltag und auch eine Reise zu Retreats zu auserwählten Zeiten des Jahres. Die Praxis des Yoga lädt heute wie vor Jahrhunderten dazu ein, eine Reise der Selbsterkenntnis zu beginnen, die alle Aspekte des Lebens integriert, die Körper wie Geist motiviert zeitweilig innezuhalten, zu spüren statt zu denken, Natur und Vitalität wahrzunehmen und die Geschenke des Lebens zu ehren.
Zugeben fällt diese Ehrerbietung auf einer Yogareise, am Strand oder auf einem Berg sitzend leichter, weil der Kopf dann weniger mit den To-Do-Listen des Alltags befasst ist … es ist jedoch auch mit einiger bewusster Praxis möglich auch außerhalb der Yogamatte Yoga zu leben.

 

Eine kleine Übung für den Alltag

Hier eine kurze wie effektvolle Übung, um vom stets denkenden Kopf in das bewusste Erleben deiner Lebendigkeit zu kommen und dein wirkliches Sein bewusst im Alltag zu spüren:

 

„Nach jeder Yogasession lege eine Hand auf das Herz in der Mitte des Brustraums. Spüre den Herzschlag und die lebendige Energie in deinem Inneren. Im Alltag tust du dies künftig genauso. Für einige Sekunden gehe so auf eine innere Reise, egal ob du am Schreibtisch oder in der U-Bahn sitzt oder gerade Essen kochst. Fühle deine Lebendigkeit, die den ganzen Körper durchfließt und deinen Geist liebevoll umhüllt.“

 

Im nächsten Blogbeitrag in einigen Wochen gibt es mehr zum »Yoga-Lifestyle« – mit Yoga das Leben leben.


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