Xmas für Yoginis

Juchheissassa, juchheissassa – es ist wieder soweit! Zeit für jauchzende Freude im Herzen, Lichterglanz und lustige Einkaufsbummel. So geht Xmas für Yoginis.

Du hast deine Adventsdeko aus dem Keller geholt und es dir zuhause hyggelig gemacht, Kerzen warten auf ihre Erleuchtung am ersten Advent und du machst dich mit deiner Liste auf den Weg in die Stadt zum Einkaufen. Die Schaufenster locken mit bunter Dekoration und Lichterglanz zum Bestaunen der Ware und laden ein ins warme Warenhaus des Weihnachtsglück einzutreten … die gläsernen Schiebetüren weiten sich magisch sobald du näher kommst und der Sesam der Weihnacht öffnet sich exklusiv für dich.

 

Und dann?

Zuhause warst du vorm geplanten Einkaufsbummel noch auf deiner Yogamatte im easy Flow und hier beim Betreten des Kaufhauses verschlägt es dir den Atem. Olfaktorische Masseneinflüsse der Parfümerieabteilung überfluten dich, gleich mehrere Weihnachtsmänner begrüßen dich mit Glockenklang und »Ho Ho Ho«, aus den Lautsprechern erklingt abwechselnd weihnachtliche Musik und Hinweise auf ganz besonders besondere Sonderangebote für Geschenke für deine Lieben. Und du stellst fest: Du bist gar nicht allein im Sesam der Herrlichkeit :o! Menschen, bepackt mit Tüten, schieben sich von Markenshop zu Markenshop, lassen sich einparfümieren und einbalsamieren oder mit Schals und Schmuck wie ein Weihnachtsbaum umdekorieren. Juchheissassa, juchheissassa … 🙂

 

Also nochmal von vorn: X-Mas für Yoginis

Du verlässt das Kaufhaus wieder und setzt dich in ein Café oder – je nach Wetter – draußen auf eine Bank. Glühwein oder Chai ist jetzt ein hilfreiches Attribut. Du schließt deine Augen, konzentrierst dich auf deine ein- und ausfließende Atmung, spürst deinen Körper, deine Lebendigkeit, deine Heiligkeit im Inneren. Du meditierst. Meditieren zwischen vielen Menschen, die ganz anderes im Kopf haben als meditieren, ist a) lustig und b) eine meisterliche und doch durchaus machbare Leistung und c) herrlich heilend.

 

  • Konzentrier dich auf deine Herzmitte, dein Herzchakra.
  • Atme in deiner Vorstellung über diesen zentralen Punkt deiner Brust ein und aus.
  • Stell dir vor dein heiliges Herz ist eine Kerze.
  • Du zündest diese Kerze an.
  • Fühle, wie sich wohlig die Wärme der Flamme in deinem Brustraum ausbreitet.
  • Als nächstes stell dir deine weiteren Körperorgane vor.
  • Entzünde in jedem Organ ein Kerzenlicht und spüre die Wärme und das Behagen, das sich in deinem Inneren ausbreitet.
  • Dann visualisiere die zahlreichen Zellen deines Körpers, aus denen dein Blut, deine Organe, deine Muskeln und auch deine Haut bestehen.
  • Und wie mit einem Klick einer Fernbedienung zündest du in jeder der Myriaden von Zellen ein kleines Kerzenlicht an.
  • Du fühlst, wie alles in deinem Inneren leuchtet, strahlt und wohlig wärmt.
  • Über die Poren deiner Haut leuchtest du sogar nach außen.
  • Licht ist der Segen der Schöpfung, den du in dir trägst.
  • Licht ist das, was du mit anderen teilen kannst.
  • Licht ist das, was alle Menschen suchen und was du jederzeit schenken kannst.

 

Dir ist richtig warm geworden mit dieser kleinen Meditation… ok, vielleicht trägt der Glühwein oder der Chai auch zu diesem Wohlgefühl bei. Der Wow-Effekt an dieser Visualisation ist allerdings, dass dir das äußere Gewusel nichts mehr aus macht, weil du von innen heraus strahlst, ganz in deiner Mitte bist, weil du klarer denken und agieren kannst ohne dich von der äußeren Hektik und Verkaufsangeboten anstecken zu lassen, so du dies nicht möchtest.

 

Weihnachtsfreude mit dem Yogaweisen Patanjali

Hast du noch etwas Glühwein im Becher? Dann nimm dir doch einfach noch ein paar Minuten Zeit, deine persönliche Weihnachtsvorfreude – mitten in der Stadt, die unisono im Konsumrausch schwelgt – mit Sinnieren zu intensivieren.
Patanjali hat vor rund 2400 Jahren in seinem Schriftwerk »Yoga Sutra« viele hilfreiche Tipps für alle nachfolgenden Yoginis und Yogis bis in die Jetztzeit hinterlassen. Es sind ethische Empfehlungen die quasi Verhaltensregeln auf dem Weg des Yoga darstellen, jedoch weit mehr als das sind. Es ist Yoga-Philosophie für Yoga-Lifestyle. Patanjalis achtstufiger Pfad des Yoga ist eine Anleitung zu lichtvoller Lebensfreude und sie vermag sogar die Weihnachtsfreude zu intensiveren.
Der Yogaweise Patanjali erläutert, wohlmeinend und liebevoll, unter anderem Sanskrit-Begriffe wie »Asteya« und »Aparigraha«, die Hilfestellungen zur Bewusstseinsschulung sind, also zu bewussteren Denken und zu achtsameren Handeln motivieren. Und obwohl es meines Wissens vor 2400 Jahren noch keine Kaufhäuser oder Schaufenster mit Weihnachtsdekoration gab, wusste Patanjali um die begehrlichen Wesenszüge der Menschen und wusste auch um das, was Menschen davon abhält, bewusst und unbelastet zu leben. Er erläutert den Weg des Yoga als einen spirituellen Aufstieg zu höherem Bewusstsein, zu einem Überbewusstsein, frei, erwacht und zurück in Harmonie mit dem ursprünglichen Sein und Einheit mit der Schöpfung. Und Patanjali verdeutlicht, das Besitz und Begehr reichlich Lebensenergie binden, die wir für anderes brauchen und bewusst einsetzen können.

 

Ohne Begierde bist du »Asteya«

Wenn du dich auf die Suche begibst, das Leben und dein Sein zu verstehen, beginnst du mit Yoga. Du praktizierst deine Asanas, machst Atemübungen und fühlst dich körperlich gut. Dein Kopf hängt aber noch im Modus des Alltags fest, der aus arbeiten und konsumieren, arbeiten, konsumieren, arbeiten, konsumieren besteht. Ist das der immer wiederkehrende Modus der Lebensfreude? Klar, einen guten Job, Geld und auch schönes Hab und Gut gehören zum irdischen Dasein. »Asteya« bedeutet »Abwesenheit von Begierde«, denn Begierde wächst in dir, in dem Maß in dem du dich mit anderen vergleichst und immer wieder addierst, was du alles nicht hast, aber meinst ganz dringend zu brauchen. Und hier nun kommt das fünfstöckige Kaufhaus mit seinem Warenangebot ins Spiel. Entscheide du, was du brauchst, was dir Freude bereitet und entscheide bewusst, was überflüssig ist. Der Großteil der Menschheit hat nichts, gar nichts. Vielleicht empfindest du noch viel mehr Lebensfreude dabei, einem anderen Menschen mit etwas Weihnachtsgeld zu unterstützen?

 

Bescheiden bist du »Aparigraha«

»Aparigraha« ist eine weitere Empfehlung Patanjalis um deinen Körper und deinen Geist frei zu machen und um deine Lebensfreude zu intensivieren. »Aparigraha« bedeutet aus dem Sanskrit übertragen »Besitzbescheidenheit« und ist eine weitere interessante Facette des menschlichen Begehr nach Gütern. Mache dir bewusst, dass dein Verstand immer alles haben will und auch gut für deine Familie sorgen will, denn trotz Großhirn läuft im Stammhirn immer noch das instinktive Programm der Hortung und Sammlung von Nahrungsgütern ab, die dein Überleben sichern sollen. Da kann es mal schnell zu Verwechslungen zwischen Nahrungsdepots und Parfümdepots kommen :-). »Aparigraha« ist eine wohlwollende Empfehlung, die zwar 2400 Jahre alt und doch so entzückend mega-aktuell ist.

 

Es bedeutet nur das anzunehmen, was man wirklich braucht oder in der Umkehrung zur Weihnachtszeit: Nur das verschenken, was andere wirklich brauchen. Und vielleicht ist es ja »nur« emotionale Aufmerksamkeit, Zeit und erwartungslose Liebe, die deine Mitmenschen brauchen? Würde dich das auch glücklich machen?

 

 

So geht X-Mas für Yoginis

Besorge dir einen Becher Chai oder Glühwein vorm Betreten der bunten Weihnachtsshops (das gilt auch für Onlineshops!), dann meditiere etwas mit Licht und entzünde dein inneres Kerzenlicht. Danach noch ein bisschen über »Asteya« und »Aparigraha« sinnieren und dann visualisierst du noch deine Aura als schützende Glaskugel um dich. Und dann geht’s zum Einkaufen, um dir und anderen Menschen das Licht der Lebensfreude zu schenken.

 

Merry X-Mas wünscht dir,
Birgit Feliz Carrasco

 


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